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Burnout Chance zur Veränderung

Burnout - eine Chance auf Veränderung

Ein Tabuthema unserer Zeit - das Burnout - wird von vielen Menschen nicht als solches erkannt bzw. werden die Symptomatiken verleugnet. Dabei birgt gerade das Burnout die Chance auf Veränderung! Sehr oft dreht es sich in unserem Leben um Arbeit, den Gelderwerb und den damit verbundenen Zeitmangel. Doch sind wir wirklich glücklich? Das Burnout beantwortet diese Frage. Matthias Exl schildert in diesem Beitrag seine eigene Burnout-Erfahrung und die wunderbare Verwandlung, die durch diese Krise ausgelöst wurde.

Persönlich war ich vor längerer Zeit von einem Burnout betroffen... Ich arbeitete in – die Gesellschaft würde sagen - "hoher" Position, studierte "nebenbei", versuchte eine Beziehung zu leben und einiges mehr. Ich hatte viele große Ziele und versuchte diese auch alle zu erreichen - was mir auch meistens glückte. Irgendwann begannen aber auf diesem Weg der eigenen Sturheit die scheinbar irrationalen Angstzustände, Nachtschweiß, Magenbeschwerden und noch ein paar „Eigenheiten“ meines Körpers und meiner Seele. Aber natürlich spricht man nicht darüber, wenn man von diesen betroffen ist: Es wäre ein Zeichen von "Schwäche". Parallel zu dieser Entwicklung verlor ich mehr und mehr Freunde, dafür mehrten sich meine Small Talk- Kontakte... Am absoluten Tiefpunkt angelangt, kam es zu dem Moment, an dem man nicht mehr leben will. Ich werde nicht vergessen, als ich im tiefsten Kummer auf einem Hügel meinem Leben ein Ende setzen wollte. Doch - etwas hielt mich zurück, etwas, das mir sagte: Es ist sinnlos, so zu gehen.

Ich erkannte in dieser Phase meines Lebens, dass es nur zwei Möglichkeiten für mich gab: Die eigene "Seele", das ganze Fühlen sterben zu lassen, um weiter zu funktionieren ODER etwas in meinem Leben grundlegend zu ändern! Veränderung? Angst machte sich schon beim Aussprechen des Wortes breit. Da war so viel, was mich störte, was ich nicht mochte, was ich nicht aushielt, was ich nicht mehr tun wollte - Wo also anfangen? Hier verwende ich gerne ein Symbol dafür, es sind Kreise, die uns umgeben. Fangen wir mit dem engsten Kreis an, der in direktem Kontakt mit mir steht: Welche Thematiken gilt es hier zu lösen? Beziehung? Eltern? Frau? Mann? Kinder? Was tut mir weh? Was macht mich unglücklich? An diesem Punkt erkannte ich, dass mein kleiner Kreis gefüllt war mit großen Problemen, die unmöglich zu lösen schienen. Und genau hier kam ich zur Erkenntnis: Weil es so schwer zu lösen schien, stürzte ich mich in meine Arbeit - es war meine Fluchtreaktion vor dem "Grauen des Alltags". Frei nach: Es geht mir besser in der Firma als in meinen direkten Beziehungen zu den Menschen, die mir eigentlich am nächsten stehen sollten. Der Wahrheit ins Auge zu blicken, zu erkennen, wie unglücklich man ist, erfordert Mut. Mut zur Veränderung, die es möglich macht, neue Wege einzuschlagen, die man vorher nicht betreten hatte.

Vergesse nicht: Machst du weiter wie bisher, mit all den kleinen Lügen, wird dein Leben morgen genau so aussehen, wie es heute aussieht. Der Schmerz geht weiter, die Probleme gehen weiter, das gefühlte Leiden geht weiter. Veränderst du etwas, wie klein oder auch groß es aussehen mag, verändert sich die Zukunft mit dir.

Erkenne, wie es zum Burnout kommt: Der Geist wendet sich voll und ganz der Arbeit zu - weg von einem nicht mehr existenten Alltag. Doch gibt es noch einen anderen Antrieb, all dies zu tun, außer Fluchtverhalten? Ja, das Erfolgsmuster: Der Mensch sehnt sich nach Liebe, nach angenommen werden, nach anerkannt sein - all dies sind Ausdrucksformen der wichtigsten Sache des Lebens: Liebe. Habe ich mich nie bedingungslos geliebt gefühlt, tendiere ich dazu, diese Liebe über Bedinungen zu bekommen: Leistung oder Misserfolg, Lob oder Trost.

Bedingunslose Liebe?

So stelle dir die Frage: Habe ich mich in meinem Leben jemals bedingungslos geliebt gefühlt? Wenn ja, von wem? War es wirklich bedingungslos?

Um aus dieser Schleife auszubrechen ist es wichtig zu erkennen, dass es unmöglich ist, mit "Bedingungen, die erfüllt werden" bedingungslose Liebe zu erhalten. Bedingungslose Liebe fließt zu dir, weil du du bist und nicht weil du leistungsfähig bist. Wieso haben viele Eltern das Problem bedingungslose Liebe zu geben? Weil sie selbst oft genug die bedingungslose Liebe ebenso nicht empfangen hatten. Es bedeutet nicht, dass diese bedingungslose Liebe nicht für das Kind empfunden wird, es wurde nur nie gelernt, dem Ausdruck zu verleihen und dass Liebe ohne Leistung ein Geschenk ist.

So ist es nun an der Zeit, Veränderungen im bestehenden Leben einzuleiten. Doch was hindert uns daran, Veränderung zuzulassen? Die Angst vor der Konsequenz einer Veränderung! Daher ist es wichtig, die Ängste vor Veränderung zu bearbeiten - denn die sind das eigentliche Hindernis, warum wir Dinge, die uns schaden, nicht verändern - ANGST davor, nicht noch einmal so einen Job zu bekommen, ANGST, nicht genug zu verdienen, ANGST, alleine zu bleiben, wenn ich in der Beziehung meine wahren Gefühle kommuniziere. ANGST vor so vielen Konsequenzen... Doch genau jene Ängste sitzen im eigenen Unterbewusstsein und können nicht durch SCHEIN in Sicherheit aufgelöst werden, durch Geld befriedigt, durch ein schnelles Auto überfahren oder sonst wie verkauft werden.
Dies geht nur durch den Willen, an sich selbst zu arbeiten, zu erkennen, dass es meine Entscheidungen waren, die mich hierher gebracht haben. Wieso tue ich, was ich tue? Sehr oft finden wir die Ursachen in unserer Kindheit, in Mustern, die wir übernommen haben - DU BIST dein Erfolg, deine Arbeit, die MENGE deiner Arbeit (=Fleiß) u.v.m.

Wem mache ich was recht?

Die Frage ist also: WEM will ich WAS Recht machen? Meinem Vater? Meiner Mutter? Meinen ehemaligen Klassenkameraden?

Bei mir persönlich war es so, dass ich die Antworten auf die Fragen gefunden habe. Ich war schon zu Schulzeiten meistens der, der beim Turnen bei Spielen nicht "gewählt" wurde... In mir entstand ein Gefühl "es allen zeigen zu wollen" – zu zeigen, dass ich „mehr wert“ war. Dadurch entstand ein tiefer, nicht zu befriedigender Karrierewunsch, der mich zu Höchstleistungen anspornte, aber im Burnout endete. Mit dem Erkennen des Problems verlor dieser Wunsch an Kraft, ich erkannte die "Sinnlosigkeit" meines eigenen Tuns. Ich erkannte, dass das, nach dem wir uns alle sehnen, eigentlich nur folgende Dinge sind: „Glücklich sein“ und „Liebe“. Leider sind diese beiden Dinge sehr oft an Ziele geknüpft, die uns krank machen. Und hier bewahrheitet sich, dass man Glück und Liebe nicht kaufen kann. Diese warten nur darauf, durch uns in uns erfahren zu werden.

Der Ausweg

Bei mir selbst hat sich mein Leben drastisch verändert, ich habe es drastisch verändert - ich habe mich drastisch verändert. Aber genau dadurch beides gefunden - Glück und Liebe. Jeder kann dies, ich muss nur anfangen, mein Leben, meine Handlungen zu hinterfragen und mutig Schritt für Schritt ohne Angst vor der Konsequenz die Dinge ändern. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Aufhören sich „durchzuwursteln“. Meine Erfahrungen mit verschiedenen Auflösetechniken der oben angeführten Thematiken beschreibe ich im Buch "Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben".

Heute kann ich sagen, dass das Burnout eine wahre Chance war. Wieso musste es zu diesem drastischen Zustand kommen? Sehr einfach, meine eigene Sturheit, meinen bisherigen Weg weitergehen zu wollen, OHNE mich zu verändern, hatte drastischere Mittel notwendig gemacht. Vorher wollte ich einfach nicht hören. Ich brauchte das Burnout, um zu verstehen. Die Entscheidung, vor der ich also stehe, ist: Kann ich den tiefen Sinn des Burnouts für mein Leben annehmen oder sehe ich die Situation nur als lästiges Phänomen, welches mich abhält, so weiter zu machen wie bisher? Diese Frage könnt Ihr nur im Herzen beantworten. Helfen kann euch bei dieser Reflexion das Erkunden der Zwillingseigenschaften.

Ich wünsche Euch von Herzen alles erdenkliche Gute, sodass Ihr mit Mut, Ausdauer und Hingabe euer ganz persönliches Glück und die Liebe findet und lebt.

von Herzen alles Liebe,

Matthias

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